Olga KarachPressemitteilung vom 11. Juli 2024

Friedensaktivistin und Rednerin der Internationalen Münchner Friedenskonferenz 2024 Olga Karatch wegen ihrer Menschenrechtsarbeit in Abwesenheit zu 12 Jahren Haft verurteilt

Das Organisationsteam der Münchner Friedenskonferenz verurteilt aufs Schärfste die Verurteilung von Olga Karatch durch die belarussische Justiz. Sie wurde in Abwesen-heit wegen ihrer Menschenrechtsarbeit zu 12 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 170.000 € verurteilt.

Am 8. Juli 2024 verkündete das Bezirksgericht Brest das Urteil im Fall der Menschenrechts-aktivistin Olga Karatch, Leiterin des Internationalen Zentrums für Bürgerinitiativen „Unser Haus“ (Nash Dom). Olga Karatch war angeklagt wegen „Verschwörung zur Machtergreifung durch verfassungswidrige Mittel“ (Artikel 357 Teil 1 des belarussischen Strafgesetzbuches); „Förderung extremistischer Aktivitäten“ (Artikel 361-4, Teil 1 und 2) und „Diskreditierung der Republik Belarus“ (Artikel 369-1). Gemeinsam mit ihr wurden auch Veranika Tsepkala, Yauhen Vilski, Anatoli Kotau und Vadzim Dzmitrenak zu je 12 Jahren Haft und hohen Geldstrafen verurteilt.

Die vom Brester Bezirksgericht verkündete Entscheidung sorgt für eine äußerst besorg-niserregende Situation für Olga Karatch und ihre Organisation Nash Dom, die als Teil des Netzwerkes #ObjectWarCampaign Kriegsgegner*innen und Kriegsdienstverweiger*innen in Belarus unterstützt. Die Entscheidung des Gerichts richtet sich auch gegen andere Friedensaktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen aus Belarus und bedroht deren Sicherheit. Die besorgniserregende Situation wurde auch letzte Woche von der UN-Sonderberichterstatterin über die Menschenrechtslage in Belarus in ihrem Bericht an den UN-Menschenrechtsrat hervorgehoben.

Olga Karatch ist sehr aktiv, um Menschenrechte zu verteidigen und das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Belarus zu fördern. Sie unterstützt auch belarussische Bürger, die in andere Länder geflohen sind, um dem Militärdienst in Belarus und einem möglichen militärischen Einsatz an der Seite von Russland bei der Aggression gegen die Ukraine zu entgehen. Wegen dieser Aktivitäten wurde sie bereits mehrfach strafrechtlich verfolgt. Derzeit droht ihr trotzdem die Abschiebung aus Litauen, wo sie Asyl beantragt hatteOlga Karatch erklärte, dass sogar die Todesstrafe oder 25 Jahre Haft droht.

Olga Karatch wird bedroht und wurde nun wegen ihrer Menschenrechts- und Friedensarbeit verurteilt. Sie braucht Schutz und einen sicheren Aufenthalt in Litauen oder einem anderen EU-Staat.

Das Organisationsteam der Internationalen Münchner Friedenskonferenz steht weiter solidarisch an der Seite der belarussischen Menschenrechtsaktivistin und fordert mit Nachdruck, Olga Karatch umgehend Schutz in einem EU-Staat zu gewähren.

Download der Pressemeldung HIER

Zum Hintergrund

Pressemitteilung von Unser Haus (Nash Dom), Menschenrechtsverteidigerin Olga Karatch zu 12 Jahren Haft verurteilt in Abwesenheit in Belarus: https://news.house/de/62494

Pressemitteilung von Connection e.V.,
Friedensaktivistin Olga Karatch wurde wegen ihrer Menschenrechtsarbeit in Abwesenheit zu 12 Jahren Haft verurteilt:
https://de.connection-ev.org/article-4194

Rede von Olga Karatch auf der Internationalen Münchner Friedenskonferenz am 16.02.2024: https://friedenskonferenz.info/olga-karatch-rede-auf-der-muenchner-friedenskonferenz-2024/

 Kontakt:

Maria R. Feckl
Projektleitung Internationale Münchner Friedenskonferenz

Tel.: 0160 97 50 20 28
E-mail: office@friedenskonferenz.info

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