Sponeckso Hans-Christof von Sponeck im Schreiben des Kuratoriums an Oberbürgermeister Dieter Reiter vom 08.02.2024

Kuratorium der
Internationalen Münchner Friedenskonferenz (IMFK)
Frauenlobstraße 24
80339 München

An Herrn
Oberbürgermeister
Dieter Reiter und
die Mitglieder des Stadtrates
der Landeshauptstadt München

München, den 8.2.2024

Sehr geehrter Herr Reiter,
sehr geehrte Mitglieder des Stadtrates,

Frau Maria Feckl, Projektleiterin der Internationalen Münchner Friedenskonferenz (IMFK), hat uns als Kuratoriumsmitglieder dieser Konferenz darüber informiert, dass 14 Stadträtinnen und Stadträte von SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste einen Antrag gestellt haben, den Zuschuss zu dieser Konferenz in Höhe von 6.500 Euro künftig zu streichen.

Als Kuratoriumsmitglieder, die selbst auch bei dieser Konferenz aktiv mitgewirkt haben durch Redebeiträge in den vergangenen 22 Jahren, sind wir von diesem Antrag überrascht und irritiert.

Seit 2003 – dem Jahr des Irak-Krieges – gibt es die IMFK. Prof. Hans-Peter Dürr, Träger des alternativen Nobelpreises und Ehrenbürger der Stadt München, hatte viele Jahre die Schirmherrschaft übernommen und wurde später Kurator bis zu seinem Tode.

Das Anliegen von Prof. Hans-Peter Dürr war, eine Friedenskonferenz in München auszurichten, auf der zivile Konfliktlösungen vorgestellt und diskutiert werden.

In den vergangenen Jahren referierten in München zahlreiche Persönlichkeiten von internationalem Ansehen – stellvertretend nennen wir drei von Ihnen:

– Prof. Johan Galtung, der Begründer der modernen Friedens- und Konfliktforschung, der im gleichen Jahr wie Prof. Hans-Peter Dürr mit dem alternativen Nobelpreis für seine Vermittlungen zur Beendigung von Kriegen ausgezeichnet wurde.
– Dr. Aminata Traoré aus Mali, ehemalige Kulturministerin ihres Landes, die ihre interventionskritischen Gründe in München vortrug.
– Dr. Bernd Niehaus Quesada, ehemaliger Außenminister und Botschafter von Costa Rica in Deutschland, der sein Land ohne Militär seit dem 2. Weltkrieg vorstellte.

Während vermutlich viele andere Städte sich über das zivilgesellschaftliche Engagement von Friedensorganisationen glücklich schätzen würden, die Jahr für Jahr eine Veranstaltung von hohem inhaltlichem Format auf die Beine stellen, versuchen 14 Stadträtinnen und Stadträte die Internationale Münchner Friedenskonferenz und den Diskurs über deren Themen zu behindern.

Gerade in diesen Zeiten, die von Kriegen und Machtpolitik geprägt sind, halten wir es für besonders wichtig, durch zivile Konfliktlösungsmodelle das Gespräch von Bürgerinnen und Bürgern über Frieden und Menschlichkeit anzuregen.

Wir bitten Sie, die seit 2003 gute Zusammenarbeit zwischen dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Verantwortlichen des Trägerkreiseses der IMFK weiter fortzusetzen – und sich für die Beibehaltung des Zuschusses in bisheriger Höhe auszusprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Hanne-Margret Birckenbach, Friedensforscherin
Dr. Angelika Clausen, IPPNW-Co-Vorsitzende und Präsidentin IPPNW Europa
Sue Dürr, Witwe von Prof. Hans-Peter Dürr, Alternativer Nobelpreisträger
Dipl.-Theol. Clemens Ronnefeldt, Friedens-Referent beim Internationalen Versöhnungsbund
Dr. h.c. Hans-Christoph von Sponeck, Beigeordneter UN Generalsekretär, a.D.

Download des Briefes HIER